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Weltenträume – Traumwelten.

Veranstaltung zum 75. Geburtstag der Schriftstellerin Irmtraud Morgner

Irmtraud Morgner wurde am 22. August 1933 in Chemnitz geboren und wuchs in Hilbersdorf auf. Unmittelbar nach ihrem Germanistik-Studium an der Karl-Marx-Universität Leipzig ging Morgner nach Berlin und arbeitete schon kurze Zeit später als freischaffende Schriftstellerin. Der Roman „Rumba auf einen Herbst“, den sie 1965 fertigstellte, durfte in der DDR nicht erscheinen. Die Veröffentlichung der „Hochzeit in Konstantinopel“ drei Jahre später wurde dagegen genehmigt. Der Roman wurde, wie fast alle folgenden Arbeiten Morgners, sowohl in der DDR, als auch in der BRD verlegt. 

Der Grundtenor ihrer Werke bildet das Verhältnis der Geschlechter, das sie mal offen, mal hintergründig beschreibt, oftmals eingekleidet in einen historischen Stoff, in einer von aberwitzigen, phantastischen Bildern geprägten Fabulierkunst. Gleichsam schlaglichtartig legt Morgner damit den Blick frei auf den Stand der Gleichberechtigung im real existierenden Sozialismus. Trotz ihrer internationalen Anerkennung, trotz Nationalpreis’ und Mitgliedschaft im Präsidium des DDR-Schriftstellerverbandes blieb Morgner doch ständig unter argwöhnischer Beobachtung staatlicher Kulturpolitik wie auch des Ministeriums für Staatsicherheit. 

Die Dimensionen ihres schriftstellerischen Werkes können wohl erst heute, mit den Erfahrungen der gesellschaftlichen und politischen Veränderungen und Entwicklungen unserer Welt erfasst werden. Irmtraud Morgner war es nicht vergönnt, diesen Erfolg lange zu genießen. Am 6. Mai 1990 erlag sie ihrem Krebsleiden.

Den literarischen Teil der Veranstaltung bilden Ausschnitte aus den beiden Romanen "Die wundersamen Reisen Gustavs des Weltfahrers“ von 1972 und "Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura“ von 1974. Auf der Orgel erklingen Phantasien von Johann Pachelbel, Johann Sebastian Bach, Johann Ernst Bach, Max Reger und Johann Nepomuk David.